Deutsche Schulschachmeisterschaften WK M Drucken

Die Deutschen Schulschachmeisterschaften der Mädchen fanden dieses Jahr wieder in Berlin statt.

Gespielt wurde mit vier Spielerinnen und zwei Ersatzspielerinnen. Nach langen Diskussionen einigten wir uns auf folgende Aufstellung:

1. Amina Fock (8., 1574 DWZ)

2. Sana Fock (10., 1499 DWZ)

3. Johanna Alcer (11., 1262 DWZ)

4. Tami Oschlies (8., 1118 DWZ)

5. Lotta Berghold (6., 1226 DWZ)

6. Anna Relogio Stauber (7., 1204 DWZ)

Wir hatten an den ersten vier Brettern einen DWZ-Schnitt von 1363 und waren damit vor dem Turnier an Platz 5 gesetzt (das Topteam aus Nordhorn hatte einen Schnitt von 1447).

 

Die DWZ (Deutsche Wertzahl) ist ein Index für die Spielstärke der jeweiligen Spielerinnen. Dies ist allerdings als Orientierung zu verstehen, da die Spielerinnen in diesem Alter noch starken Leistungsschwankungen unterliegen.

In der ersten Runde spielten wir gegen die Marienschule Krefeld (sie hatten Spielerinnen mit folgender Stärke 1110, 800, 800, 800). Da Sana noch ihre Englisch MSA Prüfung hatte, spiele Lotta an Brett 4 und alle rückten ein Brett vor. Wir konnten uns klar durchsetzen und gewannen souverän mit 4:0.

Danach folgte ein Wettkampf gegen Annaberg (1366, 1412, 1052, 972). Dieser Wettkampf konnte ebenfalls klar mit 4:0 gewonnen werden.

Die letzte Runde am Freitag (Runde 3) hatte es in sich. Wir trafen auf das Humboldt-Gymnasium Düsseldorf.

Sie waren an Rang 2 gesetzt.

An Brett 1 spielte Amina gegen Dana Berelowitch (1754 DWZ). Man musste hier mit einer Niederlage rechnen. Sana hatte mit Elizabeth Kublanov (1587) ebenfalls eine deutlich stärkere Gegnerin vor sich. An Brett 3 saß Johanna mit Carolin Kublanov (1599) ein weiter harter Brocken gegenüber. Nur an Brett 4 waren wir gegen Rahel Kuhn (800) im Vorteil.

Die erste schwierige Entscheidung musste getroffen werden. Lotta scheute den Druck und lies Tami an Brett 4 spielen. Hier mussten wir unbedingt gewinnen um eine echte Chance zu haben.

An Brett 3 und 4 lief alles nach Prognose und es stand somit 1:1. Amina konnte ihrer starken Gegnerin einen halben Punkt abtrotzen. Damit stand es 1,5:1,5 und es kam auf Sana an. Nach fast zwei Stunden Spielzeit waren beide Spielerinnen sichtlich erschöpft und unkonzentriert.

Sana konnte einen Bauern zu Dame umwandeln und hatte Dame und Bauer gegen den König. In Zeitnot gab Sana mit ihrer ungedeckten Dame ein Schach. Die Gegnerin "vertraute" Sana und schlug nicht die Dame sondern ging aus dem Schach. Der Betreuer aus Düsseldorf fiel fast in Ohnmacht. Danach fing sich Sana wieder und setzte sich solide durch. (okay, aufgrund der Unkonzentriertheiten hatte ich mir leicht Sorgen gemacht, es könnte noch Patt enden, aber das hat Sana wirklich gut gelöst). Damit stand ein 2,5:1,5 Sieg als Abschluß fest und wir waren eine Nacht lang Tabellenführer!

Wir hatten gezeigt, dass wir auch die richtig guten Gegner schlagen können und ich hatte das Gefühl, wir können hier etwas großes erreichen.

Unser nächster Gegner war das Deutschorden-Gymnasium Bad Mergentheim. (Arinna Riegel 1758, Elena Brunkardt 1575, Fatima Youness 1196 und Nadine Weiß 1088).

Schweren Herzens entschied ich mich, dass wir mit den gleichen vier spielen, die tagszuvor gegen Düsseldorf gewannen.

Der Matchplan war zwei Siege an 3 und 4 und das eine der Fock-Geschwister wieder über sich hinauswächst und ein Remis holt.

Leider kam es diesmal anders. Amina stellte zwei-zügig ihre Dame ein. Johanna und Tami kamen nicht über ein Remis hinaus und es stand damit 1:2 gegen uns. Leider konnte Sana ihre Partie in Zeitnot nicht gewinnen und verlor und wir verloren damit 1:3 und waren jetzt nur noch zweiter.

In der fünften Runde spielen wir gegen das Franziskusgymnasium Lingen (Hannah Möller 1716, Leonie Schäfer 1318, Sophie Brüwer 800 und Eva Armbrust 784).

Johanna setzte aus und Lotta rückte an Brett 4 nach. Wir wollten an den Bretter 2, 3 und 4 mindestens 2,5 Punkte holen. Brett 1 hatte mal wieder eine übermächtige Gegnerin erwischt. Lotta und Tami gewannen sicher und Sana spielte Remis, so dass die nötigen 2,5 Punkte vorhanden waren.

Gleichzeitig verlor das Deutschorden-Gymnasium gegen Karlsruhe mit 0,5:3,5. Damit waren jetzt drei Mannschaften punktgleich vorne (Deutschorden, Karlsruhe und wir).

In Runde 6 mussten wir dann gegen Karlsruhe ran! Da Lotta gut in Form war (gewann alle Partien im Ersatzspielerturnier, wenn sie aussetzte und auch alle Partien in den Wettkämpfen) spielten wir wieder mit Tami und Lotta an Brett 3 und 4. Karlsruhe war schlagbar. Sie hatte an Brett 1 Paula Wiesner mit 2008 und danach wurde es deutlich schwächer (Hanna Henke 1182, Alyona Shevchenko 1140 und Elisaveta Platonova 1124).

An Brett 1 waren wir Außenseiter, dafür an Brett 2 Favourite und an Brett 3 und 4 erwartete ich einen spannenden Kampf.

Lotta stand nach 30 Minuten auf Sieg und holte auch den ersten Punkt. Amina schaffte ein tolles Remis gegen die starke Gegnerin, so dass wir jetzt schon 1,5 Punkte hatte. Leider verlor Tami und Sana gab sich mit dem Remis zufrieden und wir hatten ein 2:2.

Über Sanas Remis konnte man diskutieren. Ein Weiterspielen hätte auch großes Risiko bedeutet, den das Endspiel war nicht klar.

Vor der letzten Runde waren wir Zweiter mit einem Mannschaftspunkt Rückstand auf das Deutschorden-Gymnasium und punktgleich mit Karlsruhe und Nordhorn. Wir hatte eine minimal bessere Zweitwertung.

Nordhorn spielte gegen das Deutschorden-Gymnasium, Karlsruhe spielte gegen Hertz und wir spielten gegen das Albert-Schweizer Gymnasium Erfurt. Gewinnen wir und Nordhorn so wären wir Deutscher Meister. Aber erstmal mussten wir gewinnen. Erfurt hatte eine ebenfalls solide Mannschaft (Hannah Geletzke 1481, Lena Diederich 1404, Katharina Allin 1401 und Helena Irene 1097).

Ich vertraute auf Amina, Sana, Tami und Lotta. Lotta hatte alle Aufgaben bisher sehr gut gelöst und traute ihr zu, das sie an Brett 4 gewinnt. Nach einer halben Stunde stand sie auch wieder auf Sieg. Tami verlor durch einen Eröffnungsfehler sehr schnell, allerdings war es an diesem Brett auch schwer. Ihre Gegnerin beendete das Turnier mit starken 7/7.

Es stand 1:1 und wir warteten auf die Fock-Geschwister. Beide waren von den Zahlen her stärker als ihre Gegnerinnen und daher war ich optimistisch. Leider verlor Amina und damit war die Meisterschaft dahin (da zeitgleich Nordhorn ebenfalls verlor, lag es nicht an ihr). Jetzt ging es um die gute Platzierung. Es war jetzt von Platz 2 bis 5 alles drin. Sana siegte und wir spielten 2:2 und benötigten jetzt Schützenhilfe von Hertz um 2. zu werden.

Es stand 1:2 gegen Hertz und eine Partie war noch am Laufen. Wir benötigten einen Sieg um 2. zu werden. Hertz hatte an diesem Brett zwei Damen (die Gegnerin nur eine) und konnte dies nicht umsetzen. Das war ziemlich frustrierend, den Hertz verlor dadurch 1:3 und wir wurden jetzt 3. Bei einem 2:2 wären wir Vizemeister gewesen.

Am Ende hatte Amina gegen teilweise sehr starke Gegner gute 3/7. Sana hatte 4/6, Johanna beendete das Turnier mit 2,5/4, Tami holte 4,5/7 (und war damit absolut Topscorer) und Lotta holte 4/4 (100%!).

Anna konnte im Ersatzspielerturnier 2,5 aus 4 erringen.

Es war mehr drin gewesen, allerdings lief der erste Turniertag auch sehr, sehr gut!

 

 

 

 

 

 

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